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Stöbere durch unsere traditionellen deutschen Rezepte — von herzhaften Hauptgerichten bis zu klassischen Kuchen.

Illustration: Teller mit Doppelkeksen

Kuchen & Torten

Spitzbuben mit roter Marmelade – Plätzchen nach Omas Art

Spitzbuben sind in Süddeutschland und der Schweiz ein Muss auf dem Plätzchenteller. Der Name klingt frech, das Gebäck ist zart. Rote Marmelade schaut keck aus einem kleinen Fenster. Im Unterschied zu Linzer Plätzchen wird der Teig hier mit Puderzucker statt Kristallzucker geknetet und kommt ohne Zimt aus. Dadurch wird er besonders fein und hell und zergeht förmlich auf der Zunge. Gefüllt wird klassisch mit Johannisbeergelee, Himbeer- oder Erdbeermarmelade. Saubere Fenster gelingen mit kaltem Teig. Wird er warm, verziehen sich die Ausstechformen und die Ränder werden unscharf. Deshalb den Teig portionsweise aus dem Kühlschrank holen. Genauso wichtig: Die gebackenen Kekse ganz auskühlen lassen, bevor die Marmelade dazukommt. Etwa 25 Doppelkekse entstehen aus der Menge. Ein paar Tage in der Dose machen sie mürber – die Geduld lohnt sich.

⏱ 100 Min.Mittel
Illustration: rundes Brot mit Kruste auf einem Brett

Brot & Gebäck

Zwiebel-Quarkbrot ohne Hefe – saftiges Brot in einer Stunde

Frisches Brot ohne Hefe und ohne Gehzeit? Mit Quark und Backpulver klappt das in gut einer Stunde. Angeschwitzte Zwiebeln geben diesem Laib ein herzhaftes Aroma. Quarkbrot liegt irgendwo zwischen Brot und herzhaftem Rührkuchen: Die Krume ist dicht, saftig und leicht flaumig, die Kruste wird goldbraun. Der Quark sorgt für Feuchtigkeit und eine milde Säure, die mit dem Backpulver reagiert und den Teig lockert. Eier und Öl machen das Brot zart. Die Zwiebeln werden vorher in etwas Öl glasig angeschwitzt. So verlieren sie ihre Schärfe und werden süßlich. Bevor sie in den Teig kommen, müssen sie abkühlen – heiße Zwiebeln würden das Öl und die Eier erwärmen und die Teigkonsistenz verändern. Das Brot schmeckt frisch und lauwarm besonders gut, etwa zu Suppe, mit Kräuterbutter oder einfach mit Frischkäse. Vor dem Anschneiden sollte es aber ausgekühlt sein, damit die Scheiben nicht kleben.

⏱ 90 Min.Einfach
Illustration: Pfanne mit Hackfleisch und Gemüse

Hauptgerichte

Spitzkohlpfanne mit Hackfleisch – schnell, deftig und leicht

Spitzkohl ist der zarte Verwandte des Weißkohls. Er gart schnell und bleibt dabei angenehm knackig. Mit Hackfleisch wird er zum Feierabendessen in einer Pfanne. Die spitze Kohlsorte hat lockere, dünne Blätter und einen milden, fast süßen Geschmack. Anders als derber Weißkohl braucht sie keine lange Schmorzeit – zehn bis zwölf Minuten genügen. Krümelig angebratenes Hack, eine große Zwiebel und Paprikapulver bringen Würze, ein Schuss Brühe sorgt für ein wenig Soße. Bei Spitzkohl entscheidet die Garzeit über das Ergebnis. Weich mit leichtem Biss ist er am besten. Schmort er zu lange, wird er grau, verliert Struktur und gibt Wasser ab. Deshalb nach der Schmorphase offen kurz einkochen, damit überschüssige Flüssigkeit verdampft. Das Gericht kommt ohne Beilage aus und ist damit auch für eine kohlenhydratarme Ernährung geeignet. Wer mag, serviert Kartoffeln oder Brot dazu.

⏱ 30 Min.Einfach
Illustration: Schüssel mit grünem Salat und buntem Gemüse

Beilagen

Grüne Lebensmittel für die Winterküche – 12 Sorten und Ideen

Grün auf dem Teller tut im Winter gut. Zwölf grüne Lebensmittel bringen Abwechslung in die kalte Jahreszeit. Dazu gehören Kohl, Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Obst. Konkret geht es um Spinat, Rucola, Grünkohl, grünen Salat, Brokkoli, Sellerie, Spargel, Gurke, grünen Apfel, grüne Paprika, Erbsen und Avocado. Nicht alles davon wächst im Winter bei uns: Grünkohl, Rosenkohl und Feldsalat sind echte Wintergemüse, Spargel und Gurke dagegen Sommerkulturen. Tiefgekühlter Spinat und Erbsen sind eine gute Alternative, weil sie direkt nach der Ernte schockgefrostet werden. In der Küche lassen sich die grünen Zutaten ganz unterschiedlich einsetzen: Grünkohl schmoren, Brokkoli im Ofen rösten, Erbsen in Suppen geben, Rucola und Apfel roh als Salat servieren. Ein Wort zu Versprechen, die man oft liest: Die grüne Farbe ist kein Nachweis für eine besondere Wirkung auf Leber oder Entgiftung. Entscheidend ist die gesamte Ernährung – viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte in bunter Mischung.

⏱ 40 Min.Einfach
Illustration: Topf mit dampfendem Ofengericht

Hauptgerichte

Wirsing-Kartoffel-Gratin mit Speck – herzhaft überbacken

Wirsing schmeckt milder als Weißkohl und hat zarte, krause Blätter. Im Gratin wird er cremig und fast süßlich. Speck und Gouda machen daraus ein herzhaftes Winteressen. Schichtweise wechseln sich vorgegarte Kartoffelscheiben und kurz angebratener Wirsing mit Speckwürfeln und Zwiebeln ab. Darüber kommt mit Muskat gewürzte Sahne, die beim Backen zwischen die Schichten zieht. Eine Haube aus Gouda bräunt im Ofen zu einer goldenen Kruste. Gleichmäßig geschnittene Kartoffeln sind der Schlüssel zu einem gleichmäßig garen Gratin. Dicke und dünne Scheiben nebeneinander führen dazu, dass einige noch hart sind, während andere zerfallen. Ein Gemüsehobel oder ein scharfes Messer und etwas Sorgfalt helfen. Das kurze Vorkochen verkürzt die Ofenzeit und sorgt dafür, dass die Kartoffeln sicher weich werden. Die Form reicht für sechs Personen. Als Hauptgericht genügt dazu ein Salat, als Beilage passt es zu Braten oder Bratwurst.

⏱ 75 Min.Einfach
Illustration: Teller mit gefüllten Plätzchen

Kuchen & Torten

Linzer Plätzchen mit Himbeermarmelade – klassisch und zart

Linzer Plätzchen gehören zu den schönsten Klassikern der Weihnachtsbäckerei. Durch ein kleines Fenster leuchtet die rote Marmelade. Sie sind mit der Linzer Torte aus Österreich verwandt. Ein zarter Mürbeteig mit einem Hauch Zimt wird ausgerollt und zu gleich vielen Böden und Deckeln ausgestochen. In die Deckel wird ein kleines Loch oder eine Form gestochen. Nach dem Backen werden die Böden mit Himbeermarmelade bestrichen, die mit Puderzucker bestäubten Deckel daraufgesetzt – und fertig sind die Doppelkekse. Damit die Füllung nicht verrutscht, kommt die Marmelade erst auf vollständig kalte Böden. Auf warmen Keksen wird sie flüssig und läuft beim Zusammensetzen heraus. Die Deckel werden vor dem Aufsetzen bestäubt, so bleibt die Marmelade im Fenster schön leuchtend. Aus dem Teig entstehen etwa 25 Doppelkekse. Am besten schmecken sie nach ein bis zwei Tagen, wenn der Mürbeteig durch die Marmelade etwas weicher geworden ist.

⏱ 100 Min.Mittel
Illustration: goldbraunes Blätterteiggebäck auf einem Teller

Brot & Gebäck

Blätterteig-Weihnachtsbäume mit Schinken – Fingerfood am Spieß

Diese Blätterteig-Weihnachtsbäume sind ein festlicher Hingucker für das Buffet. Gefüllte Teigstreifen werden wellenförmig auf Spieße gesteckt. So entsteht die Form kleiner Tannenbäume. Die Füllung besteht aus Frischkäse und Schinken, eingeschlossen zwischen zwei Platten Blätterteig. Nach dem Schneiden in Streifen werden diese wie eine Ziehharmonika auf Holzspieße gefädelt: unten breit, oben schmal. Mit Ei bestrichen, backen die Bäumchen in etwa 20 Minuten goldbraun und knusprig. Damit der Blätterteig gut aufgeht, sollten die Teigstreifen nicht zu fest zusammengeschoben werden. Etwas Abstand zwischen den Wellen lässt die Hitze an alle Schichten. Wichtig ist auch, dass die Holzspieße beim Servieren klar sichtbar bleiben, damit niemand versehentlich hineinbeißt – gerade bei Kindern. Aus zwei Rollen Blätterteig entstehen etwa 12 Bäumchen. Sie schmecken warm und kalt und passen zu Weihnachten, Silvester oder jeder winterlichen Party.

⏱ 45 Min.Einfach
Illustration: Teller mit dunklen und hellen Pralinen

Desserts

Tiramisu-Pralinen ohne Backen – mit Mascarpone und Kaffee

Tiramisu-Pralinen bringen das beliebte Dessert in Häppchenform auf den Teller. Sie brauchen weder Ofen noch rohe Eier. Fünf Zutaten genügen für etwa 24 Kugeln. Feine Löffelbiskuitbrösel werden mit starkem Kaffee, Mascarpone und Puderzucker zu einer formbaren Masse verknetet. Nach einer kurzen Kühlzeit werden kleine Kugeln gerollt und in Kakao gewälzt – genau wie die Kakaoschicht auf einem klassischen Tiramisu. Das Ergebnis schmeckt cremig, leicht herb und unverkennbar nach Tiramisu. Die Konsistenz ist der wichtigste Punkt. Der Kaffee sollte portionsweise zugegeben werden, denn eine zu feuchte Masse lässt sich nicht rollen. Löffelbiskuits saugen unterschiedlich viel Flüssigkeit auf; am besten erst die Hälfte des Kaffees zugeben und nach Gefühl ergänzen. Die Pralinen eignen sich als Mitbringsel, für den Plätzchenteller oder als kleines Dessert zum Espresso. Wer mag, gibt für Erwachsene einen Schuss Amaretto oder Marsala in den Kaffee.

⏱ 60 Min.Einfach
Illustration: Teller mit runden Keksen

Kuchen & Torten

Haferflocken-Plätzchen mit Zimt – knusprig und schnell

Haferflocken-Plätzchen sind schnelle Kekse ohne Ausrollen und Ausstechen. Mit zwei Löffeln werden sie einfach aufs Blech gesetzt. Zimt gibt ihnen ein warmes, weihnachtliches Aroma. Die Haferflocken machen die Plätzchen herrlich knusprig und geben ihnen einen leicht nussigen Geschmack. Zusammen mit Butter, Zucker und einem Ei entsteht ein Teig, der beim Backen etwas auseinanderläuft und dabei goldbraune, krosse Ränder bildet. In der Mitte bleiben die Kekse leicht weich. Ein Tipp für die Praxis: Die Plätzchen kurz auf dem Blech ruhen lassen, bevor sie heruntergenommen werden. Heiß sind sie noch weich und brechen leicht. Erst beim Abkühlen werden sie fest und knusprig. Aus der angegebenen Menge entstehen etwa 30 Stück. Haferflocken-Plätzchen sind nicht nur zu Weihnachten beliebt, sondern auch ein einfacher Keks für die Kaffeepause oder die Brotdose.

⏱ 40 Min.Einfach
Illustration: goldbraunes Brot auf einem Holzbrett

Brot & Gebäck

Sechs Brote aus aller Welt – von Naan bis Tortilla

Brot wird überall auf der Welt gebacken, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Diese Übersicht stellt sechs Brote und ihre Küchenwege vor. Am Ende gibt es ein einfaches Pfannenbrot für den Einstieg. Türkisches Fladenbrot und indisches Naan sind weiche, luftige Hefebrote. Das Fladenbrot wird im Ofen gebacken und oft mit Sesam und Schwarzkümmel bestreut, Naan bekommt seine Blasen traditionell im heißen Tandoor-Ofen. Chapati aus Indien und Tortilla aus Mexiko sind dünne Pfannenbrote ohne Hefe – Chapati aus Vollkornmehl, Tortilla aus Weizen- oder Maismehl. Sopapilla aus Lateinamerika und Bhatura aus Indien werden dagegen in heißem Fett ausgebacken und blähen sich dabei stark auf. Wichtig: Diese Übersicht ist eine kulinarische Orientierung, kein gemeinsamer Teig für alle sechs Brote. Mehl, Flüssigkeit, Gehzeit und Garmethode müssen jeweils zum Brot passen. Für eine erste Brotküche zu Hause ist ein einfaches Pfannenbrot ein guter Einstieg. Es braucht keine Hefe, keinen Ofen und ist in einer halben Stunde fertig.

⏱ 45 Min.Einfach
Illustration: Teller mit Nudeln und Tomatensoße

Hauptgerichte

Makkaroni mit Tomatensoße und Jagdwurst – DDR-Klassiker

Makkaroni mit Tomatensoße und Jagdwurst sind für viele ein Stück Kindheit. Besonders in Ostdeutschland gehört das Gericht zu den bekanntesten Klassikern. Es ist schnell gekocht, günstig und schmeckt der ganzen Familie. Jagdwurst ist eine Brühwurst mit feinem Brät und kleinen Fleischstücken. Gewürfelt und in der Pfanne angeröstet, bekommt sie würzige Röstaromen, die der einfachen Tomatensoße Tiefe geben. Ein Schuss Sahne macht die Soße mild und cremig – genau so, wie man sie aus der Schulspeisung oder von zu Hause kennt. Der wichtigste Schritt ist das Anrösten der Wurstwürfel. Kommen die Tomaten zu früh in die Pfanne, kühlt sie ab, und die Wurst wird nur warm statt gebräunt. Deshalb die Würfel zusammen mit der Zwiebel bei guter Hitze anbraten, bis sie an den Kanten leicht knusprig sind. Das Rezept reicht für vier Portionen und ist in etwa 30 Minuten fertig. Wer es moderner mag, gibt etwas Oregano oder Basilikum dazu – doch der Klassiker kommt ganz ohne aus.

⏱ 30 Min.Einfach
Illustration: zwei Dessertgläser mit Schichten aus Creme und Keksen

Desserts

Schoko-Haselnuss-Dessert im Glas – cremig geschichtet

Dieses Schoko-Haselnuss-Dessert im Glas ist schnell geschichtet und sieht trotzdem festlich aus. Es braucht keinen Ofen. Eine luftige Creme, knusprige Kekse und gehackte Nüsse machen es besonders. Die Creme besteht aus Mascarpone, Quark und Schoko-Haselnuss-Creme, aufgelockert mit geschlagener Sahne. Der Quark nimmt der Creme etwas von ihrer Schwere und bringt eine leichte Frische, die Mascarpone sorgt für Cremigkeit. Zwischen den Cremeschichten liegen zerbröselte Butterkekse, die beim Durchziehen leicht weich werden. Damit das Dessert schön locker bleibt, sollte die Creme nach dem Unterheben der Sahne nicht mehr kräftig gerührt werden. Sonst verliert sie Luft und wird flüssig. Am besten die Sahne mit einem Teigschaber in zwei Portionen vorsichtig unterziehen. Die Gläser sollten mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen. Das Dessert lässt sich auch am Vortag vorbereiten – dann die Haselnüsse erst kurz vor dem Servieren darüberstreuen, damit sie knusprig bleiben.

⏱ 80 Min.Einfach