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Stöbere durch unsere traditionellen deutschen Rezepte — von herzhaften Hauptgerichten bis zu klassischen Kuchen.

Illustration von knusprigen, goldbraunen Brötchen auf einem Holzbrett

Brot & Gebäck

Übernacht-Brötchen – knusprig wie vom Bäcker mit langer Teigführung

Abends kneten, morgens backen: So gibt es frische Brötchen zum Frühstück. Mehl, Wasser, Salz und Hefe reichen für eine Kruste wie vom Bäcker. Das Geheimnis dieser Brötchen ist die Zeit. Der Teig reift über Nacht langsam im Kühlschrank. In diesen Stunden entwickeln sich Aromen, die man bei einer schnellen Teigführung nicht bekommt. Die Krume wird lockerer und die Brötchen schmecken nussig und leicht süßlich. Praktisch ist das auch für den Alltag. Die eigentliche Arbeit dauert am Abend nur etwa 15 Minuten. Am Morgen werden die Teiglinge geformt, kurz akklimatisiert und gebacken. Wenn der Kaffee durchgelaufen ist, liegen die ersten warmen Brötchen auf dem Tisch. Für eine knusprige Kruste ist Dampf wichtig. Eine ofenfeste Schale mit heißem Wasser auf dem Ofenboden reicht völlig aus. Der Dampf hält die Oberfläche in den ersten Minuten weich, sodass die Brötchen gut aufgehen und danach eine glänzende, rösche Kruste bekommen. Weizenmehl Typ 550 ist ideal, weil es genug Kleber für eine stabile Struktur hat. Mit diesem Grundrezept lassen sich auch Körnerbrötchen oder Mohnbrötchen backen – einfach die Oberfläche vor dem Backen anfeuchten und bestreuen.

⏱ 42 Min.Mittel
Illustration eines Tellers mit vielen verschiedenen Weihnachtsplätzchen

Desserts

Zwölf Plätzchen aus einem Grundteig – die ganze Keksdose auf einmal

Ein Teig, zwölf Sorten: So füllt sich die Keksdose an einem einzigen Backnachmittag. Der Mürbeteig ist schnell geknetet – die Vielfalt entsteht erst beim Formen und Verzieren. Wer zur Adventszeit einen bunten Plätzchenteller möchte, muss nicht zwölf verschiedene Teige kneten. Ein guter Grundteig aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Vanille lässt sich wunderbar abwandeln. Einmal mit Marmelade gefüllt, einmal in Schokolade getaucht, mit Nüssen bestreut oder in Kokos gewälzt – jede Portion bekommt ihren eigenen Charakter. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Zutaten und Abwasch. Gleichzeitig macht es Spaß, mit Kindern oder Freunden zu backen, weil jeder seine Lieblingssorte gestalten kann. Wichtig ist, den Teig gut zu kühlen und portionsweise zu verarbeiten. Was gerade nicht gebraucht wird, bleibt im Kühlschrank. So bleibt die Butter fest, und die Plätzchen behalten ihre Form. Die Mengenangabe reicht für etwa 80 Stück. Wer weniger braucht, halbiert das Rezept einfach. Die fertigen Plätzchen halten sich in Blechdosen mehrere Wochen und sind ein schönes Geschenk aus der eigenen Küche.

⏱ 150 Min.Mittel
Illustration eines goldbraunen Weihnachtsbaums aus Blätterteig mit gedrehten Ästen

Beilagen

Blätterteig-Weihnachtsbaum mit Schinken und Frischkäse

Ein Baum zum Abzupfen: Dieser Blätterteig-Weihnachtsbaum ist der Blickfang auf jedem Buffet. Zwei Teigplatten, Frischkäse und Schinken – mehr braucht es nicht. Das Prinzip ist einfach und sieht trotzdem nach viel Arbeit aus. Eine Platte Blätterteig wird mit Frischkäse bestrichen und mit Schinken belegt, die zweite Platte kommt obendrauf. Dann schneidet man eine große Tannenbaumform aus, schneidet seitlich Streifen ein und dreht diese zu Ästen. Beim Backen geht der Teig auf, und die Äste werden goldbraun und knusprig. Am Tisch zupft sich jeder einen Ast ab. Dadurch ist der Baum perfektes Fingerfood für Weihnachtsfeiern, Silvester oder einen gemütlichen Adventsabend mit Freunden. Er schmeckt warm am besten, ist aber auch lauwarm noch ein Genuss. Wichtig ist, dass der Teig kalt bleibt. Kalter Blätterteig lässt sich sauber schneiden und drehen, warmer Teig wird klebrig und verzieht sich. Am besten arbeitet man zügig und legt den fertig geformten Baum vor dem Backen noch einmal zehn Minuten in den Kühlschrank. Die Reste vom Ausschneiden müssen nicht weggeworfen werden: Daraus lassen sich kleine Sterne oder Schnecken backen, die man rund um den Baum legt.

⏱ 50 Min.Mittel
Illustration eines Apfelkuchens aus der Springform mit karamellisierten Zimtäpfeln

Kuchen & Torten

Apfelkuchen aus Pfanne und Ofen – mit angeschwitzten Zimtäpfeln

Erst in die Pfanne, dann in den Ofen: So bekommt dieser Apfelkuchen sein feines Aroma. Die Äpfel werden kurz in Butter angeschwitzt und danach mit einem lockeren Zimtteig gebacken. Das Anschwitzen ist der kleine Trick, der den Unterschied macht. Die Apfelstücke verlieren einen Teil ihrer Flüssigkeit, bevor sie in den Teig kommen, und die Butter bringt leichte Röstnoten. Dadurch wird der Boden nicht matschig, und der Kuchen schmeckt nach Bratapfel, obwohl er nur rund eine Stunde Arbeit inklusive Backzeit braucht. Der Teig selbst ist ein klassischer Rührteig aus Eiern, Zucker, Milch, Mehl und Backpulver. Er ist bewusst etwas flüssiger, damit er sich beim Backen um die Äpfel legt und eine saftige Krume bildet. Ein Teelöffel Zimt reicht, um dem Ganzen eine warme, herbstliche Note zu geben, ohne die Frucht zu überdecken. Für diesen Kuchen eignen sich leicht säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Braeburn am besten. Sie behalten beim kurzen Anbraten ihre Form und bringen genug Frische mit. Sehr mehlige Äpfel zerfallen dagegen schnell und verschwinden später in der Krume. Der Apfelkuchen aus Pfanne und Ofen passt zum Sonntagskaffee genauso wie zum spontanen Besuch unter der Woche. Lauwarm mit etwas Sahne oder Vanillesoße ist er ein echter Klassiker aus Omas Küche.

⏱ 60 Min.Einfach
Illustration: Topf mit dampfender Suppe

Suppen & Eintöpfe

Hamburger Suppe mit Hackfleisch – sämiger Eintopf mit Kartoffeln

Die Hamburger Suppe ist ein sämiger Eintopf aus Hackfleisch, Kartoffeln und Möhren. Ein Schuss Sahne macht sie mild und cremig. Ein Topf reicht für sechs Teller. Mit der Stadt Hamburg hat die Suppe wohl wenig zu tun – der Name spielt eher auf das Hackfleisch an, wie beim Hamburger. Sicher ist, dass sie ein ideales Gericht für Familienabende und Feiern ist: Sie lässt sich vorbereiten, gut warm halten und schmeckt Kindern wie Erwachsenen. Die Kartoffelwürfel sollten nicht zu klein sein. Sonst zerfallen sie, bevor die Möhren weich sind. Ein bis zwei Zentimeter große Stücke für die Kartoffeln und dünnere Scheiben für die Möhren gleichen die Garzeiten aus. Ein Teil der Kartoffeln darf am Ende ruhig zerfallen und die Suppe andicken. Mit frischem Brot und einem Klecks Schmand wird die Suppe zur vollwertigen Mahlzeit.

⏱ 45 Min.Einfach
Illustration: Pfanne mit Pilzsoße

Beilagen

Schwarzwälder Jägersoße – cremige Pilzsoße wie bei Oma

Eine gute Jägersoße macht aus einem schlichten Schnitzel ein Festessen. Diese Version kommt ohne Tütenpulver aus. Champignons, Butter, Brühe und Sahne genügen. Ihren Namen verdankt die Soße den Pilzen, die früher von Jägern im Wald gesammelt wurden. Heute sind Champignons die Basis, gern ergänzt durch ein paar Waldpilze. Sie werden mit Zwiebel in Butter kräftig gebräunt, kurz mit Mehl bestäubt und mit Brühe abgelöscht. Sahne macht die Soße cremig und mild. Die Bräune der Pilze entscheidet über den Geschmack. Eine große Pfanne und nicht zu viele Pilze auf einmal sorgen dafür, dass sie rösten, statt im eigenen Saft zu kochen. Lieber in zwei Portionen braten. Die Soße reicht für vier Portionen und passt zu Schnitzel, Frikadellen, Spätzle oder Knödeln. Sie lässt sich gut vorbereiten und kurz vor dem Essen erhitzen.

⏱ 25 Min.Einfach
Illustration: runder Obstkuchen

Kuchen & Torten

Zwetschgenkuchen mit Zimtstreuseln – aus der Springform

Zwetschgen, Zimt und Butterstreusel – im Spätsommer und Herbst gibt es kaum einen besseren Kuchen. Hier passt er in eine Springform. Der Boden bekommt Vanillepuddingpulver. Das Puddingpulver macht den Rührteig besonders zart und gibt ihm ein feines Vanillearoma. Darauf liegen halbierte, entsteinte Zwetschgen dicht an dicht. Die Streuseldecke aus Mehl, Butter, Zucker und reichlich Zimt wird beim Backen goldbraun und knusprig, während die Früchte darunter saftig schmoren. Die Zwetschgen kommen mit der Schnittfläche nach oben auf den Teig. So bleibt der Saft in den Fruchthälften und läuft nicht in den Boden, der sonst matschig würde. Wer im Winter backt, greift zu tiefgefrorenen Zwetschgen – sie werden gefroren aufgelegt. Lauwarm mit Schlagsahne serviert ist der Kuchen am besten. Er hält sich aber auch zwei bis drei Tage frisch.

⏱ 90 Min.Einfach
Illustration: Bräter mit Braten und Soße

Hauptgerichte

Senfbraten mit Zwiebelsoße – würziger Schweinebraten für Sonntag

Wenn drei Zwiebeln stundenlang mit einem Braten schmoren, entsteht eine Soße, die keine Bindung braucht. Senf gibt dem Fleisch Würze und Kruste. Ein Sonntagsbraten wie aus Großmutters Bräter. Der Schweinebraten wird mit Senf bestrichen und rundum angebraten. Anschließend schmoren Zwiebelspalten mit, die sich im Laufe von gut zwei Stunden fast auflösen. Am Ende werden sie mit dem Fond püriert oder durch ein Sieb gestrichen – so entsteht eine sämige, leicht süßliche Zwiebelsoße ganz ohne Mehl oder Stärke. Das Anschneiden verdient Aufmerksamkeit. Nach dem Schmoren sollte der Braten zehn Minuten ruhen, damit sich der Saft verteilt. Geschnitten wird quer zur Faser, damit die Scheiben zart bleiben und nicht faserig wirken. Die Menge reicht für sechs Personen. Klöße, Kartoffelpüree oder Bratkartoffeln und ein Rotkohl machen das Festessen komplett.

⏱ 180 Min.Mittel
Illustration: Teller mit Plätzchen

Kuchen & Torten

Orangensterne mit Vanille – fruchtige Butterplätzchen mit Glasur

Orangenduft gehört zum Advent wie Kerzenschein. Diese Sterne tragen ihn im Teig und in der Glasur. Vanille rundet das Aroma ab. Frisch abgeriebene Orangenschale steckt voller ätherischer Öle und gibt dem Mürbeteig ein intensives, natürliches Aroma. Nach dem Backen bekommen die Sterne eine dünne Glasur aus Puderzucker und Orangensaft, die leicht säuerlich schmeckt und die Kekse glänzen lässt. Beim Abreiben ist Sorgfalt gefragt: Nur die orangefarbene Schicht verwenden. Die weiße Haut darunter ist bitter und überträgt diesen Geschmack auf das Gebäck. Eine feine Reibe oder ein Zestenreißer sind ideal. Unbehandelte Bio-Orangen sind Pflicht, da die Schale mitgegessen wird. Rund 30 Sterne ergeben die Menge. Sie passen hervorragend neben schokoladige Plätzchen und bringen Frische auf den Teller.

⏱ 90 Min.Einfach
Illustration: Topf mit dampfender Suppe

Suppen & Eintöpfe

Winterliche Gemüse-Kohlsuppe – große Portion für die ganze Woche

Eine große Kohlsuppe wärmt an kalten Tagen von innen. Sie ist günstig, vegetarisch und reicht für acht Teller. Am zweiten Tag schmeckt sie oft noch besser. Weißkohl bildet die Basis, rote Paprika und Möhren bringen Farbe und Süße, Zwiebeln die nötige Würze. Alles wird kurz angeschwitzt und dann in Gemüsebrühe sanft gegart. Das Ergebnis ist eine klare, kräftige Suppe, die durch Kräuter oder Gewürze leicht variiert werden kann. Damit alles gleichzeitig gar wird, sollte das Gemüse ähnlich groß geschnitten werden – etwa in mundgerechte Würfel oder Streifen. So gibt es weder harte Möhrenstücke noch zerkochten Kohl. Ein Hinweis, weil Kohlsuppe oft als Diät beworben wird: Diese Suppe ist eine vollwertige Mahlzeit, kein Mittel zum Abnehmen. Mit Brot, einer Einlage aus Bohnen oder etwas Wurst wird sie zum sättigenden Mittagessen.

⏱ 60 Min.Einfach
Illustration: Pfanne mit Rouladen in Soße

Hauptgerichte

Schwarzwälder Hackrouladen – mit Schinken und Senf gefüllt

Rouladen ohne Klopfen und Wickeln von Rindfleisch – das gelingt mit Hackfleisch. Schwarzwälder Schinken und Senf bilden die Füllung. In Sahnesoße geschmort, werden sie herrlich saftig. Gewürztes Hackfleisch wird flach ausgestrichen, mit Senf bestrichen, mit Schinkenscheiben belegt und aufgerollt. Ähnlich wie bei klassischen Rinderrouladen entsteht beim Anschneiden eine schöne Spirale. Der geräucherte Schinken gibt Würze und das typische Schwarzwald-Aroma. Damit die Rollen nicht aufgehen, wird die Naht fest angedrückt und die Rolle zuerst auf der Nahtseite angebraten. Die Hitze versiegelt die Kante. Backpapier oder Frischhaltefolie helfen beim Aufrollen. Nach dem Anbraten schmoren die Rouladen in Brühe, bis sie durchgegart sind. Mit Sahne entsteht daraus eine cremige Soße, die perfekt zu Spätzle oder Kartoffelpüree passt.

⏱ 60 Min.Mittel
Illustration: Pfanne mit Hackfleisch und Gemüse

Hauptgerichte

Rosenkohl-Hackfleisch-Pfanne in Sahnesoße – würzig und cremig

Rosenkohl hat seinen bitteren Ruf nicht verdient – angebraten wird er nussig und mild. Mit Hackfleisch und Sahne wird er zum Lieblingsgericht. Eine Pfanne genügt. Das Geheimnis liegt in der Röstung: Halbierte Röschen werden kurz vorgegart und dann mit den Schnittflächen nach unten angebraten. Die Zuckerstoffe karamellisieren und überdecken die Bitterkeit. Danach kommen gebräuntes Hack, Zwiebel und Knoblauch dazu, und eine Sahnesoße verbindet alles. Beim Einkauf auf feste, grüne Röschen mit geschlossenen Blättern achten. Gelbe, lockere Exemplare schmecken strenger. Nach dem ersten Frost ist Rosenkohl übrigens besonders mild, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt. Die Pfanne reicht für vier Personen und ist auch ohne Beilage sättigend. Wer mag, serviert Kartoffelpüree oder Nudeln dazu.

⏱ 40 Min.Einfach